#fixontour

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Da wir unterwegs schon ein paar Dinge „flicken“ mussten, sammeln wir hier mal unsere Repairs und dokumentieren diese ein wenig. Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen mit seinem Iveco 90-16. Wichtig ist an der Stelle, dass wir ganz bewusst das Fahrzeug vor Abreise NICHT in einen komplett überholten Zustand versetzt haben. Vor Abfahrt haben wir einen großen Service gemacht (alle Öle, Filter und Riemen neu). Wir sind dann am 01.05.22 nach dem Motto „fix as fail“ losgefahren – jetzt kommen also die fixes bzw. die fails 😉

13.05.22: Tausch Kupplungsgeberzylinder. Austausch wegen Undichtigkeit. Altteil raus – Neuteil rein. Mechanisch nix wildes – danach Kupplung entlüften und fertig. Aufwand 1-2 Stunden.

20.05.2022: Kontrolle der Spureinstellung. War alles ok.

01.06-04.06.2022: Reparatur Tragringe vorne (links und rechts), Instandsetzung 1x Bremszylinder vorne, Wechsel Bremszylinder hinten (links und rechts). Das war eine ganz schöne „Operation“ und an der Stelle erstmal ein riesen Dankeschön an Marcel, bei dem wir schrauben durften und der uns mit Rat und Tat zur Seite stand. Da das „Tragring-Thema“ vermutlich viele Iveco 90-16 betreffen wird, hier unsere Doku dazu.

Wie stellt man den Defekt überhaupt fest? Bei uns fing es an, dass wir in Links-Kurven ein „klonk-Geräusch“ gehört haben. Daraufhin haben wir abends das Rad angehoben – beim Ablassen sieht man, dass das Rad bzw. der Tragring erstmal in z-Richtung (also in Fahrzeughöhe) in die Lagerung taucht. Dies ist bauartbedingt erstmal normal. Beim weiteren Ablassen hat sich der Zapfen des Tragrings aber auch in y-Richtung ( also Quer zum Fahrzeug) gesetzt. Dieses Verhalten darf definitiv nicht sein, da hiermit keine sauber Sturz bzw. Lenkführung mehr gegeben ist. Wir hatten dieses Verhalten auf beiden Seiten. Es war also klar – die Tragringe und deren Lagerung müssen neu. Da dabei an der Vorderachse sehr viel zerlegt wird, bietet es sich an folgende Arbeiten mit zu machen: Kontrolle der Bremszylinder (dazu Manschetten anheben und schauen ob alle dicht sind), Wellendichtringe Achsseitig und Radseitig neu. Da wir schon dabei waren, haben wir die hinteren Bremszylinder ebenfalls auf Dichtigkeit kontrolliert. Beide undicht – also beide getauscht.

Wie sieht der defekt also aus?

Ausserdem noch eine kurze Bilddokumentation der Operation.

06.07.2022: 39700km Ventilspiel eingestellt:

25.08.2022: Tausch einer Starterbatterie Optima Yellow 75 Ah wegen Defekt.

06.09.2022: Tausch der zweiten Starterbatterie Optima Yellow 75 Ah wegen Defekt.

19.09.2022: Tausch Blattfedern hinten links+rechts

Der Tausch Blattfedern hatte zwei Gründe. Zum Einen hatten wir statisch mit ca. 4t Achslast hinten noch 0,5-1,0 cm Federweg – zum Anderen war auf der Fahrerseite die unterste Lage gebrochen. Die eingebauten Blattfedern sind original bzw. Neuteile von DFF. Keine Höherlegung, keine andere Anzahl an Federelementen. Wir wollen das Fahrzeug jetzt erstmal mit originalen aber guten Federn kennen lernen. Schon die ersten Kilometer haben gezeigt – es hat sich gelohnt! Deutlich weicheres Abtasten der Hinterachse und der Federweg hat sich auf 5-6cm erhöht. In jeder Lebenslage spürbar !

Der Ausbau ist eigentlich „nur“ Mechanik und leichte Gewalt 😉 Kurzer Abriss: Federpaket entlasten, in dem das Fahrzeug am Rahmen angehoben wird. Danach werden die Briden gelöst und alle eventuell störenden Anbauteile (z.B Seilzug Federspeicher,….) entfernt. Mit etwas Hitze und dem kleinen 10kg Hammer ließen sich die Briden dann überzeugen ihre 30jährige Ehe zu beenden. Die Bolzen der Blattfedern sind bei dem 90-16 durch Nadellager geführt. Zum Ausbau Schmiernippel raus und dann die Verschlussplatte mit den 4 „Körnerlöchern“ rausschrauben. Hier hat sich ein „Abzieher“ bewährt. Der Abzieher wurde von der Werkstatt schon mal gebastelt und ist eine alte Verschlussplatte auf die eine große Mutter geschweisst wurde. Dieser Abzieher wird mit zwei Stiften in die abzuziehende Platte gesetzt und mit einer Schraube (Achtung Gewindesteigung beachten) in dem Schmiernippelgewinde gesichert. Damit kann jetzt durch drehen der angeschweissten Mutter die Platte gaaaaanz entspannt gelöst werden. Sobald die Platte abgeschraubt ist, kann der Bolzen mit einem Gleithammer ausgeklopft werden (alternativ ggf. Gewindestange und Distanzhülsen).

Alle Teile (Bolzen, Federn und Co) wurden über DFF bestellt und wir sind bis dato sehr zufrieden.

19.09.2022: Tausch Wellendichtring hinten rechts

Das scheint eine „Krankheit“ der 90-16 zu sein. Aus den Löchern der Radnabe tritt Öl aus und hinterlässt auf der Felge deutliche Spuren. Ursache ist (meist) ein defekter/alter Wellendichtring der Hinterachsnabe. Es tritt dann Achsöl aus.

Kurzer Abriss zum Vorgehen: Bevor die Steckachse gezogen wird sollte unbedingt die Diff-Sperre hinten „gesichert“ werden. Wird dies nicht gemacht, kann es passieren, dass die Klaue beim Ziehen der Steckachse ihre Position verliert…*nicht gut* . Gesichert haben wir, in dem der elektrische Taster der Anzeige der Diff-Sperre hinten aus dem Achskörper geschraubt wird und gegen eine Schraube M14x1,5 getauscht wird. Diese wird soweit eingeschraubt, bis die Sperre eingelegt ist. Davon sollte man sich überzeugen, indem die Räder gedreht werden. (Beide Räder müssen sich beim Drehen eines Rades drehen). Jetzt kann die Steckachse gezogen werden. Danach die Radlagermuttern öffnen und die komplette Radnabe abziehen. Auf der Rückseite der Radnabe ist eine Ölfangblech welches jetzt abgenommen werden kann. Darunter liegt der Wellendichtring. Dieser kann jetzt (zerstörerisch) entfernt werden und gegen einen neuen getauscht werden. Einbau in Umgekehrter Reihenfolge. Die Radnabe wird mit 700g Fett gefüllt und das Schleppmoment der Lager sollte nach Werkstatthandbuch eingestellt werden.

Wellendichtring: Iveco-Nr: 3414237 (NBR C 135x160x13mm)