Finnland – Lappland

Finnland – Lappland

Nach den häufigen, kühlen Regentagen Norwegens zieht es uns Richtung Süden und so passieren wir am 31.07.2022 in Karigasniemi (wir übernehmen keinerlei Garantie für eine korrekte Rechtschreibung finnischer Wörter…!) die finnische Grenze. Wir passieren den Inarisee und fahren nach Karhunpesäkivi. Dort gibt es eine Höhle in einem Findling (ein Felsbrocken, der in der letzten Eiszeit mitten in der Landschaft seinen neuen Platz gefunden hat). Nachdem in Norwegen die Natursehenswürdigkeiten eher weniger als mehr erschlossen waren, sind wir ganz perplex über den als breiten Holzsteg ausgebauten Waldweg, beschildert mit Lehrtafeln in finnisch, englisch und deutsch. Am Ende gibt es noch eine Lachssuppe und Rentiergulasch zu einem angemessenen Preis mit Kaffee und Wasser inklusive. Wir genießen es einfach während die Kids den Spielplatz erkunden. Das war ein wirklich schöner erster Stop in Finnland. Flo entdeckt auf unserer digitalen Karte (Map Out – sehr zu empfehlen als offline Karte mit GPS) die größte Goldmine Europas. Wir lesen nach, dass Lappland früher eine Goldgräbergegend war, quasi das europäische Yukon. Wir versuchen einfach unser Glück und fahren hin. Wir hoffen einen Blick auf die riesigen Steinbruchfahrzeuge zu erhaschen, werden aber leider enttäuscht. Von außen ist nichts zu sehen und rein fahren ist nicht erlaubt.

So suchen wir uns einen Stellplatz für die Nacht, um am folgenden Tag zum Nationalpark Pallas-Yllästunturin kansallispuisto zu fahren. Dort gibt es ein Skigebiet und im Sommer wird dies als Ylläs Summer Trails, einem Bikepark genutzt. Man kann mit einer Gondel den Berg hoch fahren und dann verschiedene MTB Trails downhillen. Wir löhnen also eine Tageskarte für die Gondel und wechseln uns ab während die Kids den Trainingstrail mit Zauberteppich (im Winter genutzt für die kleinen Skifahranfänger) hoch und runter sausen. Die Kids sammeln hier also die erste Lifterfahrung und fallen einige Male auf die Nase bevor der Ein- und Ausstieg reibungslos klappt. Abends gehen wir im Hotel nebenan noch ins Hallenbad und die Sauna. Wir merken gleich, dass die deutsche „finnische Sauna“ nicht zufällig so heißt, denn Saunieren ist hier quasi Nationalsport. Allerdings ausschließlich nach Geschlechtern getrennt. In jeder Damen-/Herrenumkleide gibt es mehrere Saunen und das nicht nur hier im Hotel sondern wie wir später kennenlernen auch im städtischen Hallenbad, an der Tankstelle und auf dem Campingplatz. Wir tauchen voll ein in den Nationalsport und nutzen die Saunen wenn wir die Möglichkeit haben. 

Unser nächster Stop ist das Zuhause des Weihnachtsmanns in Rovaniemi. Wir Erwachsenen ertragen den Tourirummel und die unzähligen Souvenirshops und freuen uns über die großen Augen der Kinder als wir die Weihnachtswerkstatt besichtigen und den Weihnachtsmann treffen. Selbst darf man keine Fotos machen aber dafür darf man ein Familienfoto mit dem Weihnachtsmann für 45€ erwerben. Wir lehnen dankend ab, machen noch ein Foto am Polarkreis und suchen dann das Weite. Auf dem Weg zum Parkplatz winkt uns jemand aus einem Pickup mit Wohnanhänger. Kennen wir nicht – oder etwa doch? Bei Flo fällt der Groschen und es sind Survival Camper Kurt mit Lisa, Andreas und Vincent. Es ist immer wieder cool, wenn man eine online Bekanntschaft im Real Life trifft… wir verabreden uns auf einem nahegelegenen Stellplatz und verbringen dort einen netten Abend zusammen.

Um unserem Ziel „besseres Wetter“ näher zu kommen steuern wir auf die Küste zu und frönen mal wieder dem Stadtleben in Oulu. Erster Halt ist das städtische Hallenbad und wir sind erstaunt über das Konzept. Zum einen gibt es in den Umkleiden jeweils einige Saunen und zum anderen dient das Bad der sportlichen Betätigung. Dies aber nicht nur zum Schwimmen sondern auch für andere Sportarten. Ein extra Becken für Aqua Aerobic (der Trainer ist über Bildschirm in Dauerschleife zu sehen)  ist ja sehr naheliegend, genauso wie die Sprungtürme in allen möglichen Höhen bis 10 Meter. Exotischer wird es als wir die Tribünen nach oben schauen, dort sind einige Mädels am Bodenturnen. Es gibt dort einen schmalen Streifen auf dem eine Matte ausgerollt ist, mit  Sprossenwänden, Klimmzugstangen etc. Und das alles im selben Raum mit der Schwimmhalle. Aber wenn man bedenkt, dass wir auf dem Weg hierher an Finnlands kältestem Ort vorbei gekommen sind, mit der am niedrigsten jemals in Finnland erfassten Rekordkälte von – 51,5 Grad Celsius, dann macht das Konzept, nicht eine extra Turnhalle heizen zu müssen, Sinn. Nach dem Schwimmbadbesuch sind wir auf einen städtischen Parkplatz gefahren und waren zufällig direkt neben einem Festival – aber Einlass nur ab 18 (wegen Alkoholausschank) und Ticket für 65€ haben uns dazu bewogen in die Innenstadt zu laufen. Und Siehe da: Stadtleben! Bunt, laut und abwechslungsreich. Uns hat es in ein mexikanisches Restaurant verschlagen, wo wir bis 23 Uhr mit den Kids als letzter den Tisch verlassen haben. Als wir wieder auf der Straße stand – na klar Platzregen vom allerfeinsten…Pitsch nass sind wir an der Feuerwehr angekommen und auf dem Rückweg sind uns die durchnässten Festivalbesucher entgegengekommen. War aber trotzdem ein sehr schöner Abend und wir haben es sehr genossen mit unseren Jungs mal wieder „auszugehen“! Nach diesen 5 Nächten in Lappland ging es am 06.08 weiter Richtung Süden…

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